Haupt Menü

Geburtstage

Heute hat kein Mitglied Geburtstag Geburtstage in den nächsten 3 Tagen: jason365 (56)

Statistik

23 Beiträge


Wer ist online?

Insgesamt ist 1 Besucher online: 0 registrierte, 0 unsichtbare und 1 Gast
Der Besucherrekord liegt bei 272 Besuchern, die am 14.05.2020, 09:40 zeitgleich online waren.

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast

basierend auf den aktiven Besuchern der letzten 5 Minuten

Rss-Feed

Meldungen




















Powered By phpBB3-Magic.de

Kurvenfahren

Alle Aktivitäten auf der Rennstrecke

Moderatoren: Orga-Team, Moderatoren

Kurvenfahren

Beitragvon djdari » 19.07.2010, 22:38

Hallo zusammen,

habe eine Frage welcher Kurvenfahrstill ist für die Dicke das beste, Legen, Drücken oder Hanging off. Was ist eure Meinung, bin gerade mal zweites Jahr am fahren und bin für alle Tips dankbar.
djdari
 

Re: Kurvenfahren

Beitragvon GHOST » 19.07.2010, 22:57

Mal ganz unabhängig von unserer XX:

Drücken ist wohl definiv Blödsinn. Generell, nicht nur bei der XX. Mehr Schräglage als notwendig und geringe Kurvengeschwindigkeit.
Sry, aber meist kommen bei mir folgende Gedanken auf, wenn ich das sehe: "erste Fahrstunde" oder "der lent es nie" oder "Um Gottes Willen!"

Hanging off ist eigentlich mehr für die Rennstrecke. Ansatzweise kann man das meiner Meinung nach auch auf der Straße machen. Sieht aber irgendwie komisch aus und gehört da eigentlich nicht hin. Ausnahmen bestätigen die Regel. Aber eher bei einer Rennsemmel.

Halbwegs gerade Linie von Moped+Fahrer ist doch wohl das Üblichste. Dann noch gute Reifen und eine saubere Linie. Dann passt alles... :wink:
In Memoriam Stephan 2008 und Jojo 2011. Wir denken an euch!

"Diskutiere nie mit Idioten. Sie ziehen dich auf ihr Niveau und schlagen dich dann mit Erfahrung."
"Wenn du wissen willst, wie zivilisiert eine Kultur ist, dann schau, wie sie ihre Frauen behandelt."
"Beschämend, dass wir jene, die auf unsere Kinder aufpassen, schlechter bezahlen als die, die auf unser Geld aufpassen."
Benutzeravatar
GHOST
Sponsor
Sponsor
 
Beiträge: 1396
Registriert: 08.06.2005
Postleitzahl: 76467
Land: Deutschland
Motorrad: XX 2004 Mattschwarz

Re: Kurvenfahren

Beitragvon Ichhabaucheine » 19.07.2010, 23:18

Die Vielfallt der Meinungen............

welcher Fahrstil zu welchen Motorrad ist sowieso nicht das richtige Thema. Eher der passende Fahrstil zum Fahrer. Generell sollst Du so fahren wie du dich am sichersten fühlst. Es gibt Situationen indem Drücken besser ist als alles andere. z.b. ganz enge Kehren. Man glaubt es nicht, klappt auch nicht von Anfang an, aber versuch es mal. Wenn der Radius brutal eng ist, geht es mit drücken am besten. Ich habe letztes Jahr meinen Fahrstil geändert! Ich fahre nun mehr mit hang off als zuvor. EIne kleine Geschichte...Wir sind vor zwei Wochen unterwegs gewesen. Ich mit Sozia und ein Kumpel mit Sozia. Bayerischer Wald. Gute Strecken, schöne Kurven und Kaiserwetter. Mein Kumpel fuhr vorraus. Wir waren sportlich unterwegs aber keines Falls raserisch. Sein Fahrstill wie in den 60ern. Steif auf der Kiste und ständig an der Kante des Reifens unterwegs. Ich hinterher mit ca. 420 kg Gesamtgewicht, leicht bis starken Hangoff, eine "sich nicht fürchtende Sozia" und -KEINE Reifen die bis zur Kante gefahren werden und trotzdem die gleiche Kurvengeschwindigkeit. Ich fühlte mich zum Teil sogar aufgehalten. Nun stellt sich die Frage: Wer fuhr näher im Grenzbereich? Ich mit Hangoff und schleifenden Knie (ja das geht auch zu zweit) oder mein Kumpel?
Ich bin der Meinung ein leichtes Hangoff bringt auf jeden Fall Sicherheit, da das Bike einfach senkrechter fährt und somit besser haftet. Schließlich geht es ja nicht nur um Schräglage sondern auch um Kurvengeschwindigkeit. Was hilft es mir wenn ich die Mühle reinlege wie schweins aber dafür nicht zügig durchfahren kann. Zudem macht das Knieschleifen ein Menge Spaß und macht süchtig. Je nach dem wo du her kommst... mach mal einen Termin bei www.ms2.de. Schräglagentraining. Das ist echt der Hammer. Nach diesen Tag fährst Du anders Motorrad. Wenn dich das Thema interessiert, kann ich Dir dazu noch so einiges berichten.

mfg

Stefan
Ichhabaucheine
 

Re: Kurvenfahren

Beitragvon GHOST » 19.07.2010, 23:35

Hallo Stefan,

hanging off mit einer Sozia? Macht die das dann auch oder hat die keine Beine, die dir im Weg sind? :wink:
Ich muss mit "meiner" wohl mal ein ernstes Wort sprechen...

:D
In Memoriam Stephan 2008 und Jojo 2011. Wir denken an euch!

"Diskutiere nie mit Idioten. Sie ziehen dich auf ihr Niveau und schlagen dich dann mit Erfahrung."
"Wenn du wissen willst, wie zivilisiert eine Kultur ist, dann schau, wie sie ihre Frauen behandelt."
"Beschämend, dass wir jene, die auf unsere Kinder aufpassen, schlechter bezahlen als die, die auf unser Geld aufpassen."
Benutzeravatar
GHOST
Sponsor
Sponsor
 
Beiträge: 1396
Registriert: 08.06.2005
Postleitzahl: 76467
Land: Deutschland
Motorrad: XX 2004 Mattschwarz

Re: Kurvenfahren

Beitragvon derOtter » 20.07.2010, 15:48

Sehe genaus wie Ichhabaucheine...

Die Physik begrenzt die max. Geschwindigkeit in einer Kurve.
Nur durch Schwerpunktverlagerung kommt man flotter ums Eck. Ob man nun die Maschiene flach legt oder den Körper rausstellt bleibt jedem selbst überlassen. Durch das Drücken der Maschine verkleinert man deutlich seinen Sicherheitsbreich. Aber solange jeder weiß wo der endet...!?
Benutzeravatar
derOtter
Mitglied
 
Beiträge: 235
Registriert: 19.01.2007
Wohnort: Oldenburg
Postleitzahl: 26123
Land: Deutschland

Re: Kurvenfahren

Beitragvon STMA » 21.07.2010, 09:10

Hallo zusammen,

der Schräglagenbereich wir auf öffentlichen Straßen auch sehr stark durch den oft wechselnten Straßenbelag begrenzt.
Renstreckentrainings sind ja schön und gut aber der Grip denn du dort hast kann man keines falls mit dem Grip auf der
Landstraße vergleichen. Konnte dies auf dem Hockenheimring erleben. Selbst bei moderaten Runden mit dem Instruktor
wurden die Kanten der Reifen blau und Gummi klebte förmlich am Asphalt. Das habe ich so auf der Landstraße noch
nie erlebt. Die Quali der Landstraßen wir m.E. nach auch immer schlechter, besonderst hier im Schwarzwald. Was es da inzwischen an Buckelpisten gibt, einfach nur sch...!

Gruß

Stefan
STMA
 

Re: Kurvenfahren

Beitragvon Doc » 21.07.2010, 09:32

Das Fahren auf der Landstraße unterscheidet sich in einigen Dingen sehr eindrucksvoll von einem Rennstreckentraining!

1. Man hat Gegenverkehr
2. Es kann plötzlich ein Trecker nach der Kurve auf der Straße stehen
3. Die Straße kann plötzlich Verschmutzungen oder Schotter aufweisen
4. Der Belag kann auch plötzlich wechseln
5. Es kann plötzlich ein Spaziergänger oder ein Kind auf die Straße laufen
6. Die grüne Rennleitung kann plötzlich in den Büschen stehen und Portraitfotos schießen
7. andere unvorhersehnare Dinge

Daher sollte man immer noch genügend Schräglagenreserven haben!

Gruß doc
Eine ZZR 1400 kann auch bei bestimmungsgemäßem Gebrauch das Urteilsvermögen so weit verändern, dass die Fähigkeit zur vernünftigen Teilnahme am Straßenverkehr oder zum Bedienen von Maschinen beeinträchtigt wird!
Benutzeravatar
Doc
Mitglied
 
Beiträge: 579
Registriert: 05.03.2003
Wohnort: 45768 Marl
Postleitzahl: 45768
Land: Deutschland
Motorrad: Kawa ZZR 1400, Modell 2012

Re: Kurvenfahren

Beitragvon STMA » 21.07.2010, 11:59

@Doc

korrekt! Dürfte im 2 Personenbetrieb mit Knie am Boden schon schwierig werden, mit der Schräglagenreserve!

Gruß

Stefan
STMA
 

Re: Kurvenfahren

Beitragvon GHOST » 21.07.2010, 13:43

Vor allem ist beim hanging off zu beachten: der Kurvenradius ändert sich nicht, die Erde verformt sich nämlich nicht uns zuliebe. Die Kurvengeschwindigkeit wird aber größer, deshalb macht man das ja. Und was sagt uns das über die seitlichen wirkenden Kräfte, die der Straßenreifen auf dem vllt. alten und inzw. geglätteten Straßenbelag übertragen muss...? :wink:

Wenn dann noch etwas Unvorhergesehenes passiert, z. B. ein vorher doch nicht bemerkter Ölfleck/Sandfleck auf der Ideallinie...

Aber, wie es oben schon geschrieben wurde: wem es Spaß macht und wer sich dabei sicher fühlt, soll halt nur mit einer Backe auf der X sitzen.
Wenn man mit Kurven in der Umgebung gesegnet ist und ständig sowieso die Verkleidung bzw. der Auspuff kratzt, hilft das ja auch ein bißchen.
Fahren und fahren lassen, jeder wie er will.

Bei allen XX'lern, die ich kenne, habe ich das aber noch nie oder nur ganz ansatzweise gesehen. Meist nur bei Fireblades, R1 u. s. w.
Auf einer Goldwing würde es allerdings wohl noch ungewöhnlicher aussehen. Ich stelle mir das gerade vor... :D
In Memoriam Stephan 2008 und Jojo 2011. Wir denken an euch!

"Diskutiere nie mit Idioten. Sie ziehen dich auf ihr Niveau und schlagen dich dann mit Erfahrung."
"Wenn du wissen willst, wie zivilisiert eine Kultur ist, dann schau, wie sie ihre Frauen behandelt."
"Beschämend, dass wir jene, die auf unsere Kinder aufpassen, schlechter bezahlen als die, die auf unser Geld aufpassen."
Benutzeravatar
GHOST
Sponsor
Sponsor
 
Beiträge: 1396
Registriert: 08.06.2005
Postleitzahl: 76467
Land: Deutschland
Motorrad: XX 2004 Mattschwarz

Re: Kurvenfahren

Beitragvon bergfan » 21.07.2010, 18:42

Hallo djdari,

zu dem Thema gibt es einiges an Literatur.
Aus eigener Erfahrung kann ich das Buch "Die obere Hälfte des Motorrades" von Bernt Spiegler empfehlen.
Da werden Deine Fragen und noch viele andere, die Du Dir noch nicht gestellt hast, beantwortet.
Bei mir hat der eine oder andere Tipp aus dem Buch zu einer positiven Veränderung/Verbesserung meines Fahrstils geführt.
Gruß
Martin
Benutzeravatar
bergfan
Mitglied
 
Beiträge: 98
Registriert: 28.06.2007
Wohnort: 94121 Salzweg
Postleitzahl: 0
Land: Deutschland

Re: Kurvenfahren

Beitragvon Doc » 21.07.2010, 19:50

Kann dem nur beipflichten, das Buch von Prof. Spiegler ist Klasse!

Gruß doc
Eine ZZR 1400 kann auch bei bestimmungsgemäßem Gebrauch das Urteilsvermögen so weit verändern, dass die Fähigkeit zur vernünftigen Teilnahme am Straßenverkehr oder zum Bedienen von Maschinen beeinträchtigt wird!
Benutzeravatar
Doc
Mitglied
 
Beiträge: 579
Registriert: 05.03.2003
Wohnort: 45768 Marl
Postleitzahl: 45768
Land: Deutschland
Motorrad: Kawa ZZR 1400, Modell 2012

Re: Kurvenfahren

Beitragvon derOtter » 21.07.2010, 20:54

ich sach nur das Kapitel über den "Kamm'schen Kreis"....
Benutzeravatar
derOtter
Mitglied
 
Beiträge: 235
Registriert: 19.01.2007
Wohnort: Oldenburg
Postleitzahl: 26123
Land: Deutschland

Re: Kurvenfahren

Beitragvon GHOST » 21.07.2010, 21:35

Tja, der gute Prof. Wunibald Kamm mit seiner idealisierten Darstellung.
Ist aber sehr gut und sollte (muss) jeder Mopedfahrer kennen und auch den Zusammenhang verstehen.
Auch, wenn es in der Realität eher eine Ellipse ist.

Das Buch ist super, wirklich lesenswert.
Schon mehrfach verschenkt.
In Memoriam Stephan 2008 und Jojo 2011. Wir denken an euch!

"Diskutiere nie mit Idioten. Sie ziehen dich auf ihr Niveau und schlagen dich dann mit Erfahrung."
"Wenn du wissen willst, wie zivilisiert eine Kultur ist, dann schau, wie sie ihre Frauen behandelt."
"Beschämend, dass wir jene, die auf unsere Kinder aufpassen, schlechter bezahlen als die, die auf unser Geld aufpassen."
Benutzeravatar
GHOST
Sponsor
Sponsor
 
Beiträge: 1396
Registriert: 08.06.2005
Postleitzahl: 76467
Land: Deutschland
Motorrad: XX 2004 Mattschwarz

Re: Kurvenfahren

Beitragvon demon » 21.07.2010, 22:21

hallo!

hiemit misch ich mich mal in angelegenheiten die mich eigentlich noch nichts angehen :mrgreen:
(labern an)
::chatten::

nachdem ich jetzt als wiedereinsteiger (nach früherem endurofahren) meine ersten 13tkm praktisch "am stück" heruntergespult habe (cbr600) sind mir ja auch ein paar kurven untergekommen (die alpen, die alpen!).
ich habe dabei natürlich meine lernerfahrungen äusserst kritisch überwacht ::peitsch::
da diese noch ganz frisch sind, denke ich, ist es gerechtfertigt wenn ich diese dem thread beisteuer:
begonnen hab ich vernünftigerweise mit ganz aufrechtem oberkörper und relativ langsamen kurvengeschwindigkeiten/milden schräglagen. spontanes bremsen in der kurve, radius vergrössern-verkleinern und ausweichen als übung dazugenommen, solche sachen. immer ein bisschen was dazu, keine grossen sprünge -natürlich nicht in verkehrsgefährdenden ausmassen (=geringer kontrast zur normalfahrt :mrgreen: )!
instinktiv hab ich bei gesteigertem tempo dann meinen schultergürtel zur kurveninnenseite gelegt (nicht verbogen, parallel zur hüfte) und dann auch immer mehr meinen hintern dahin verschoben. füsse waren lange unbelassen, nur haben mit der zeit die fussspitzen öfter den asphalt berührt und ich hab mir dann angewöhnt bei jeder kurve den inneren fuss aufzustellen, fussballen auf die raste. DAS war etwas ungewohnt, ist aber seitdem meine lieblings-kurvenvorbereitung. der nächste logische schritt wäre jetzt einmal das knie auszufahren und die hüfte rauszudrehen, aber das kommt nicht von alleine. dazu brauch ich professionelle hilfe 8)
manche nennen diesen halbgaren fahrstil "mini-hangoff", und ich sehe ihn häufig. selber hab ich zwischenzeitlich (so von 5-10tkm) keine kurve darauf vergessen. ich finde es macht spass! vor allem langgezogene, schnelle kurven wirken damit spannender --> meine vermutung ist: der kopf ist tiefer über der strasse, das motorrad ist weniger im blickfeld als bei aufrechter sitzhaltung. dadurch ist die gefühlte geschwindigkeit höher = gut für speedfreaks. ich glaube aber nicht dass ich damit defacto schneller unterwegs bin.
dann, wichtiger: ob die fahrsicherheit höher oder geringer ist lässt sich für mich nicht praktisch einschätzen, es ist aber klar dass die kräfte beim aufrechten fahren linear auf den fahrer+maschine wirken, beim mini-hangoff aber eigentlich zwei achsen zum boden zeigen. also: eine übersehene bodenwelle gefällt mir aufrecht besser, da drückt es mich in den sitz oder umgekehrt. wenn ich hingegen halb auf der seite hänge muss ich aktiv stabilisieren. auch eine starke bremsung ist am/im motorrad leichter verdaulich.
was fällt mir jetzt noch dazu ein...
+ des mini-hangoff ist dass man sich sehr bewusst mit der kurve auseinandersetzt.
+ des aufrechten stils ist das man ökonomisch fahren kann, kräfte sparend unterwegs ist (ein bisschen den kopf drehen und mit dem handgelenk wackeln, fertig).

ich denke nicht dass sich die CBRs da grundsätzlich unterschiedlich verhalten, bei meiner probefahrt bin ich jedenfalls gefahren wie immer und deshalb trau ich mich auch diesen beitrag zu verfassen.

naja.
also mal abgesehn davon dass die blicktechnik eigentlich 90% vom kurvenfahren ausmacht...
...waren das meine gedanken zum thema: "user demon fährt motorrad".
achso, nein, ich meine natürlich zum thema "kurvenfahren".

::chatten::
(labern ende)

bis dann,
michi
Benutzeravatar
demon
Mitglied
 
Beiträge: 155
Registriert: 13.07.2010
Postleitzahl: 1020
Land: Oesterreich
Motorrad: sc+pc35

Re: Kurvenfahren

Beitragvon GHOST » 22.07.2010, 00:13

Hallo michi,

gut geschrieben!

Du wohnst ja auch im Land der Berge und Kurven, da muss man das schnell lernen. :wink:

Kurz zu den von dir genannten Achsen. Es sind beim Hangoff nicht zwei, es ist immer noch eine (zumindest eine Resultierende). Der Schwerpunkt von Fahrer + Maschine wandert beim Hangoff durch die Fahrerverlagerung leicht zur kurveninneren Seite. Von diesem Systemschwerpunkt muss man sich eine Linie zur Reifenaufstandsfläche vorstellen. Das ist sie.
Wenn man diese gedachte Linie betrachtet, bekommt man beim Hangoff theoretisch nicht mehr Schräglage des Gesamtsystems Moped + Fahrer hin. Es hat nur das Moped weniger Schräglage, der Fahrer dafür umso mehr. Aber die Theorie sieht in der Praxis dann doch so aus, dass immer schnell etwas vom Moped aufgesetzt - dann schafft man natürlich mit Hangoff auch etwas mehr Schräglage.

Etwas schneller sollte es damit also schon gehen, wenn die max. Schräglage ansonsten das ko-Kriterium wäre. Wenn nicht, bringt Hangoff von der Geschwindigkei her rein überhaupt nichts.

Hat man aber eine höhere Kurvengeschwindigkeit durch Hangoff, muss die dadurch höhere Zentrifugalkraft durch die entspr. erhöhte Zentripetalkraft ausgeglichen werden. Also bleibt laut Kamm'schem Kreis oder Krempel'scher Ellipse weniger für ein evtl. Bremsen... übrig (=der Versuch, es einfach auszudrücken).

"Mini-Hangoff" ist gut. Den Begriff hatte ich vorher noch nicht gehört.
Das bringt fahrdynamisch wahrscheinlich fast nix, aber vielleicht wirklich für manchen ein besseres Gefühl.
In gut zwei Wochen rufen mich die Alpen, Zeit zum Testen und Versuchen... :D


Zu der Blicktechnik würde ich jetzt gerne etwas schreiben. Aber das würde lang werden und ich ziehe mir den Zorn aller zu.
Grübelgrübel... Ich versuchs trotzdem mal kurz. Einspruch erwünscht.

Man lernt, dass man immer brav zum Kurvenausgang schauen sollte. Das ist auch richtig, nur so kann man es lernen, Kurven überhaupt vernünftig zu fahren (stellt euch 10 Ausrufezeichen vor).
Später, mit viel Erfahrung, blickt man am Kurveneingang kurz die komplette Kurve entlang, kann sie einschätzen und weiß, wie man rum muss. Ich schaue dann wieder auf die Straße, um Stein/Sand/Öl/Bitumen/Loch ausweichen zu können. Das alles würde ich ja sonst nicht sehen. Und das ist trotz Raste am Boden schon mehr als ein paar Mal geglückt. Wenn es sein muss, muss es eben sein bzw. irgendwie gehen. Was wäre denn die Alternative? Der erste Alleinflug! Also entweder noch weiter runter bis die Verkleidung/der Auspuff aufsetzt und innen vorbei oder ohne Gegenverkehr etwas öffnen und außen rum. Bis zur Mittellinie ist ja Platz. Schaut man immer stur zum Kurvenausgang, hat man bisher wohl nur Glück gehabt.
Vor Jahren lag mal ein 30x30 cm großes Straßenschild (Kurvenhinweis) mit der Butterseite nach unten gnau auf meiner Ideallinie (Mordversuch?). Die Rückseite war genauso grau wie die Straße. Und ich wäre fast genau drauf und dann mit 100 den Abflug über die Gegenfahrbahn in den Wald... Nein danke!

Im Mai beim Intensivtrainig am Hockenheimring sind wir mit 8 Mopeds (bei strömendem Regen) in der Kreisbahn gefahren. Der Instruktor hat sich in die Mitte auf die Grünfläche gestellt und immer auf einen anderen von uns nassen Karpfen gedeutet. Der sollte dann hupen. Damit wollte er alle zwingen, genau zum Kreismittelpunkt zu schauen. Haben wir auch alle brav gemacht. Bin ich der einzige Dussel, der gedacht hat, "wenn jetzt mein Vordermann bremst, hänge ich gnadenlos hintendrauf!" Ich hätte nicht mal einen Elefanten gesehen, der von außen in die Kreisbahn mir genau vor's Moped gelaufen wäre.

Also, die vielbeschworene Blickführung ist super, sonst lernt man's nicht. Aber im Alltag nicht immer empfehlenswert.

So, das Tippen des kompletten Textes hat mit meinem 6-Finger-System jetzt rund 10 min. gedauert. Das wiederholte Drücken der Shift-Taste nochmal ca. 10 sec. Das sollten wir uns doch gegenseitig wert sein, oder michi? :wink:
In Memoriam Stephan 2008 und Jojo 2011. Wir denken an euch!

"Diskutiere nie mit Idioten. Sie ziehen dich auf ihr Niveau und schlagen dich dann mit Erfahrung."
"Wenn du wissen willst, wie zivilisiert eine Kultur ist, dann schau, wie sie ihre Frauen behandelt."
"Beschämend, dass wir jene, die auf unsere Kinder aufpassen, schlechter bezahlen als die, die auf unser Geld aufpassen."
Benutzeravatar
GHOST
Sponsor
Sponsor
 
Beiträge: 1396
Registriert: 08.06.2005
Postleitzahl: 76467
Land: Deutschland
Motorrad: XX 2004 Mattschwarz

Nächste

Zurück zu Lehrgänge und Renntrainings



Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast